9 Dinge, die Selbständige über Content Marketing wissen sollten

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Content Marketing Definition

Content Marketing ist eine strategische Disziplin im Marketing, bei der „Inhalte“ (= Content) zur Ansprache von Zielgruppen genutzt werden. 

Auf der deutschen Wikipedia-Seite [1] finden wir folgende Definition:

„Content-Marketing ist eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot oder einer eigenen Marke zu überzeugen und sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.“

Content ist also ganz allgemein gesagt nutzenstiftender Inhalt z.B. auf Deiner Webseite oder auf Social Media-Kanälen, mit denen du potentielle Kunden an dein Angebot heranführst.

Diese Inhalte können Texte, Bilder oder Videos sein, wobei Texte im Suchmaschinen-Marketing nach wie vor die wichtigste Rolle spielen.

Es geht also beim Content Marketing nicht darum, sofort etwas zu verkaufen, sondern eine vertrauensvolle Beziehung mit potentiellen Kunden aufzubauen. Man setzt also früher an und geht über die rein werbliche Kommunikation hinaus. 

Content Marketing Ziele

Das Ziel von Content Marketing ist zunächst Vertrauen zu schaffen, indem du potentiellen Kunden eine kostenlose Lösung für ihr konkretes Problem zur Verfügung stellst. 

Diese Inhalte bieten also konkreten Mehrwert für deine User, ohne dass du ihnen direkt ein kostenpflichtiges Angebot machst. Das kommt erst später.

Content Marketing orientiert sich also an den Bedürfnisphasen deiner potentiellen Kunden und bietet ihnen Problemlösungen entlang ihrer Customer Journey bzw Kaufentscheidungsphasen an. Potentielle Kunden sollen sich abgeholt fühlen, ohne das Gefühl, du willst sofort etwas verkaufen.

Es muss aber nicht immer Problemlösung sein. Content Marketing kann auch Information oder Unterhaltung sein. Entscheidend ist, dass Nutzer eine ihrer Suchintention entsprechende passende Lösung bekommen. 

Hat ein potentieller Kunde einmal kostenlosen Inhalt in Anspruch genommen, kann er nun durch weitere Marketing Maßnahmen, z.B. E-Mail Marketing, Schritt für Schritt an ein kostenpflichtiges Angebot herangeführt werden. Es geht hierbei darum, dass der potentielle Kunde Vertrauen zu dir und deinem Angebot aufbaut.

Die Ziele von Content Marketing können je nach Unternehmen und Branche variieren, aber einige häufig genannte Ziele sind:

  1. Steigerung der Markenbekanntheit: Content Marketing kann dazu beitragen, dass dein Unternehmen bekannter wird und als Autorität in einem bestimmten Fachbereich wahrgenommen wird.

  2. Steigerung der Anzahl der Besucher (Traffic) auf der Website: Indem du relevanten und ansprechenden Content erstellst und verbreitest, kannst du mehr Besucher auf deine Website bringen.

  3. Steigerung der Konvertierungsrate (Conversion Rate): hilfreicher und relevanter Content kann das Interesse der Zielgruppe wecken und dazu bringen, länger auf der Website zu bleiben und sich möglicherweise für den Newsletter anzumelden oder dein Produkt zu kaufen.

  4. Kundenbindung und -loyalität: Beziehung zu deinen Kunden aufbauen und deren Loyalität zu stärken.

  5. Verbesserung der Suchmaschinenrankings und damit bessere Auffindbarkeit deiner Website im Internet.

Wie entwickelt man eine Content Strategie?

Der Prozess der Entwicklung einer Content-Strategie umfasst in der Regel mehrere Schritte, die dazu beitragen, dass die Inhalte, die erstellt werden, relevant, nutzbringend und effektiv sind.

Die wichtigsten Schritte im Prozess der Entwicklung einer Content-Strategie sind folgende:

  1. Ziele festlegen: Bevor du mit der Erstellung von Inhalten beginnst, solltest du klare Ziele festlegen, die du mit deiner Content-Strategie erreichen möchten. Diese Ziele könnten beispielsweise sein, die Marke zu stärken, Traffic auf die Webseite zu lenken, Leads zu generieren oder die Kundenbindung zu stärken.

  2. Zielgruppe definieren: Um relevante Inhalte zu erstellen, mußt du verstehen, wer deine Zielgruppe ist und wofür sie sich interessiert. Stelle daher sicher, dass du die demographischen und psychographischen Merkmale deiner Zielgruppe kennst und weißt, welche Bedürfnisse und Interessen sie haben.

  3. Inhalte planen: Nachdem du Ziele und Zielgruppe definiert hast, solltest du einen Plan erstellen, welche Art von Inhalten du erstellen und wie du diese verbreiten willst, z.B. über soziale Medien, E-Mail-Marketing oder deine Webseite.

  4. Inhalte erstellen: Sobald du einen Plan gemacht hast, startest du mit der Erstellung von Inhalten. Stelle sicher, dass die Inhalte relevant, nutzbringend und ansprechend sind und dass sie den Bedürfnissen und Interessen deiner Zielgruppe entsprechen.

  5. Inhalte verbreiten: Sobald die Inhalte erstellt sind, müssen Sie sie deiner Zielgruppe zugänglich gemacht werden. Nutze dafür die Kanäle, die du in deinem Plan festgelegt hast und vergiß nicht, die Inhalte regelmäßig zu aktualisieren und zu optimieren.

  6. Erfolg messen: Die Erfolgsmessung ist ein wichtiger Teil des Prozesses der Entwicklung einer Content-Strategie. Sie hilft dir dabei zu verstehen, ob deine Inhalte erfolgreich sind und ob Ihre Ziele erreicht werden.

Wie leitest du potentielle Käufer durch Content auf Deine Website?

In vielen Fällen kennen User dich und dein Unternehmen noch nicht, wenn sie bei Google oder anderen Suchmaschinen nach Antworten für ihr Problem suchen.

Klar, es kann natürlich auch sein, dass ein Benutzer Deine URL schon kennt sie direkt in die Adressleiste des Browsers eingibt. Glückwunsch! Dann hast du bereits eine gewisse Bekanntheit oder Du wurdest von jemandem empfohlen. Aber das wird gerade am Anfang eher noch nicht der Fall sein. 

Im Normalfall läuft der Suchprozess so ab: Anhand der vom Nutzer in die Suchmaske eingegebenen Suchbegriffe stellt der Google-Algorithmus die Suchergebnisliste (Search Engine Result Page = SERP) für dich zusammen. 

Je relevanter eine Website in Bezug auf den Suchbegriff der Nutzer:in ist, desto höher rankt diese Website. 

Je mehr relevanten Content du auf deiner Website hast, desto besser wirst du gefunden und je mehr Chancen hast du, angeklickt zu werden.

Wie erkennt Google, ob der Content auf Deiner Website relevant für eine Suchanfrage ist?

Google durchsucht („crawlt“) mit seinen Bots laufend das Internet, um neue Websites und Inhalte zu finden und zu indexieren. Nur wenn Websites indexiert sind, können sie auch als Suchergebnisse erscheinen.

Stimmt der Suchbegriff des Nutzers mit den Inhalten deiner Website überein, hast du die Chance vom Ranking-Algorithmus in den Suchergebnissen gelistet zu werden.

Je relevanter Deine Inhalte für die Sucheranfrage sind, desto höher kannst du gerankt werden, vorausgesetzt, es gibt nicht viele andere Seiten, die als noch relevanter und passender eingestuft werden.

Das Ziel ist immer, auf der ersten Seite der Suchergebnisliste aufzutauchen, denn die allerwenigsten Nutzer:innen schauen sich die Seiten zwei und drei überhaupt noch an.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Content Marketing und Copywriting?

Der Unterschied könnte nicht größer sein: Copywriting soll direkt verkaufen. Content Marketing soll Interesse wecken und zum Kauf hinführen. Im Idealfall  arbeiten beide Disziplinen Hand-in-Hand, denn am Ende der Customer Journey soll ja in der Regel der Kauf eines kostenpflichtigen Angebotes stehen. Insofern ist es dann auch wichtig, dass man über gutes Copywriting verfügt und damit den Kaufabschluss herbeiführt. 

Der Begriff „Content“ bezieht sich allgemein auf alle Arten von Texten, Bildern, Videos und anderen Medien, die dem Leser oder Betrachter Informationen vermitteln, Unterhaltung bieten oder helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Copywriting hingegen bezieht sich speziell auf das Schreiben von Texten mit dem Ziel, den Leser zu einer bestimmten Handlung zu motivieren, z.B. ein Produkt zu kaufen, etwas herunterzuladen oder sich für einen Newsletter anzumelden.

Copywriting ist also eine spezielle Form des Content-Marketings, bei der der Fokus auf dem Verkauf liegt. Copywriting ist natürlich besonders wichtig für Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen online verkaufen wollen.

Content im Zusammenhang mit Push vs Pull-Marketing

Ein wichtiger Aspekt im Content Marketing ist, dass User aktiv nach Content zur Lösung ihres Problems suchen und sich diesen Content ziehen (Pull-Marketing). Es handelt sich also um erwünschte Inhalte.

Im Gegensatz dazu stehen z.B. Social Media Anzeigen, Google Anzeigen, Display-Werbung oder andere Formen von Push-Marketing. Dort werden Nutzer mit einer Werbebotschaft konfrontiert, egal ob diese Information gerade erwünscht ist oder nicht. 

Die Agentur „DemandMetric“ [2] hat herausgefunden, dass sich 70 % der Menschen lieber in Artikeln über ein Unternehmen informieren als in einer Anzeige. Und nicht nur das: Content Marketing ist 62% günstiger als traditionelles Marketing und generiert 3x soviele Leads. Leads sind Kontakte potentieller Kund:innen.

Deshalb ist es wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zwischen kurzfristig wirksamen „Push“-und eher längerfristig wirksamen „Pull“-Maßnahmen zu finden.

Wo liegen die Ursprünge von Content Marketing?

Das Konzept der Nutzung von Inhalten zur Förderung eines Produkts oder einer Dienstleistung gibt es schon länger. Laut Content Marketing Institute sogar schon 1732, als Benjamin Franklin seinen „Poor Richard’s Almanack“ herausgibt, um seine Druckerei  bekannt zu machen.

Seit 1895 gibt der Landmaschinenhersteller John Deere seine Kundenzeitschrift „The Furrow“ („Die Furche“) heraus, “A Journal for the American Farmer.” The goal of the magazine remains the same – to tell stories that people enjoy reading and provide them with knowledge that they can apply in their operations.“[3]

Ein weiteres bekanntes Beispiel eines frühen Content Marketers ist Louis Engel, ein amerikanischer Marketing-Experte, der in den Fünfziger Jahren bei den Investment-Bankern von  Merrill Lynch gearbeitet hat. 

Louis Engel war der Meinung, dass Unternehmen durch das Bereitstellen von nützlichen und unterhaltsamen Inhalten ihre Marke stärken und Kundenbeziehungen aufbauen können. 

Er entwickelte eine Reihe von Ideen und Strategien, die heute als Grundlage des modernen Content Marketing gelten, darunter die Idee, dass Unternehmen Inhalte produzieren sollten, die für ihre Zielgruppe von Interesse sind, und dass sie diese Inhalte über verschiedene Kanäle verteilen sollten, um eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Engel hat auch das Konzept der „brand journalism“ entwickelt, bei dem Unternehmen Inhalte produzieren, die sich wie journalistische Artikel lesen, aber gleichzeitig die Marke des Unternehmens fördern. Es gelang ihm so, Skepsis und Unsicherheit über Geldanlagen abzubauen und das Interesse an Merrill Lynch bei Privatanlegern signifikant zu steigern [4].

Inzwischen ist Content Marketing bei marktführenden Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Ein paar gute Blog-Beispiele aus Deutschland sind z.B. Otto, Hornbach oder Globetrotter.

Welche Rolle wird Content Marketing in der Zukunft spielen?

Die Zukunft von Content Marketing ist rosig! Mit der wachsenden Beliebtheit von Inhalten wie Blog-Posts, Videos und Social-Media-Beiträgen wird es immer wichtiger werden, hochwertigen und relevanten Inhalt zu produzieren, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu gewinnen und sich von der Konkurrenz abzuheben.

Eine der größten Herausforderungen für Content Marketers in der Zukunft wird sein, den Inhalt personalisiert und relevant für die Zielgruppe zu gestalten. Mit der Verbreitung von KI und maschinellem Lernen werden Unternehmen wahrscheinlich immer besser darin, Inhalte zu produzieren, die auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Zielgruppe abgestimmt sind.

Ein weiterer Trend, der sich vermutlich in der Zukunft fortsetzen wird, ist die Zunahme der Anzahl von Video-Inhalten. Videos sind extrem beliebt und werden sicherlich weiter an Bedeutung gewinnen, da sie einfach zu konsumieren und zu teilen sind.

Insgesamt sieht die Zukunft von Content Marketing also ziemlich vielversprechend aus und Unternehmen, die bereit sind, in hochwertige Inhalte zu investieren, haben die Nase vorne, wenn’s um Auffindbarkeit im Netz geht.

Das Thema Content bleibt also auch zukünftig spannend!

Fazit

Beim Inhalts-Marketing geht es um die richtigen Information zur richtigen Zeit. Und immer auf Augenhöhe mit potentiellen Kund:innen. Das zahlt sich aus: besteht erst einmal ein Vertrauensverhältnis, kaufen sie nicht nur einmal, sondern sind auch bereit für Folgekäufe. 

Wenn du mehr erfahren willst, kontaktiere mich gerne per E-Mail über hello@brandfolks.com oder schicke mir eine Nachricht über diesen Link.

Bildnachweis Titelbild:
Photo von Kevin Erdvig auf Unsplash mit Schrift adaptiert durch den Autor

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Content-Marketing (16.10.2022)

[2] https://www.demandmetric.com/content/content-marketing-infographic  (27.11.2022)

[3] https://www.deere.com/en/publications/the-furrow/ (27.12.2022) 

[4] https://www.crsp.org/research/louis-engel-man-who-brought-wall-street-main-street
(27.12.2022)

 

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